Barfuß auf den Berg – Zehenschuhe in der Praxis

Als Bergsteiger und leidenschaftlicher Wanderer ist man stets auf der Suche nach robusten, wettertauglichen Stiefeln oder Wanderschuhen. Vielleicht lohnt es sich aber einmal den Blick zu erweitern und unkonventionelles Schuhwerk auszuprobieren. Wie wäre es beispielsweise mit Zehenschuhen. Ja, genau – richtig gehört: Zehenschuhe.

Ähnlich wie bei den bekannten Zehensocken hat in diesem Schuhwerk jeder Zeh seinen eigenen Platz. Man könnte die Zehenschuhe auch als Handschuhe für den Fuß bezeichnen. Zehenschuhe gibt es in unterschiedlichen Ausführungen: mit reißfestem, allwettertauglichem Material; weichen, anschmiegsamen Stoffen sowie als offener oder geschlossener Schuh.

Zehenschuhe zum Wandern
Mit dem Zehenschuh jeden Untergrund erforschen, © AndreasWeber – Istockphoto.com

Wie ein Frosch auf Wanderwegen

Zugegeben – auf den ersten Blick erinnern Zehenschuhen an die Füße eines Frosches. Aber in den meisten Fröschen steckt bekanntlich ein Prinz, metaphorisch gesehen verhält es sich ebenso mit den Zehenschuhen. Denn der Hersteller verspricht, dass man damit seine Umwelt wie mit nackten Füßen erkunden kann. Die Schuhe wurden so konzipiert, dass die Sohle aus einer speziellen Gummimischung besteht, die den Fuß vor Verletzungen schützt. Damit man einen optimalen Grip hat und die Zehenschuhe zum Wandern nutzen kann, haben sie ein autoreifenähnliches Profil. Ergonomisch geformt ist die Gummimischung der Zehenschuhe an den Seiten und Zehen hochgezogen.

Probiert man die Zehenschuhe aus, wird man die Vorteile sofort spüren. Denn tatsächlich fühlt man sich in diesen Schuhen frei und barfuß. Vor allem als Naturliebhaber ist es ein einmaliges Erlebnis den Untergrund mit den Füßen zu erforschen. Zehenschuhe eigenen sich zudem zur Rehabilitation und Therapie, denn der gesamte Körper wird durch das „Barfußgehen“ trainiert und die Durchblutung sowie Venenklappen im Bein angeregt.

Eine neue Art des Laufens

Vorher sollte man jedoch wissen, dass man seine Art zu gehen, verändern wird. Denn in gewöhnlichem Schuhwerk rollt man seinen Fuß bekannterweise von der Ferse zum Zeh hin ab. Das funktioniert in einem Zehenschuh schlecht und probiert man es aus, kommt man sich schnell vor als würde man über seine eigenen Füße stolpern. Wie aber bereits Studien gezeigt haben, ist es zum Beispiel beim Joggen gesünder zuerst mit den Fußballen aufzusetzen. Genauso sollte man in den Zehenschuhen laufen. Dabei werden die Gelenke geschont und man bekommt einen geradezu federnden, erhabenen Gang.

Dieses neue Lauferlebnis wird mit Sicherheit jeden Outdoor Sportler begeistern. Trotzdem sollte man seine Wanderschuhe immer dabei haben, denn bei manchen Unebenheiten, wie zum Beispiel spitzen Steinen und Geröllfeldern, hat auch ein Zehenschuh seine Grenzen. Außerdem sollte man sich auf ungläubige Blicke anderer Wanderer gefasst machen, denn Frosch- bzw. Hobbitfüße sieht ein Wandersmann nicht alle Tage. Als Gegenleistung bekommt man jedoch ein Outdoor Abenteuer von Kopf bis Fuß geboten, das man mit allen Sinnen genießen kann.

Vibram Zehenschuhe bei Gipfelrausch


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