Das Mammut Gipfelgrat Jacket im Test

Gipfelgrat Jacket von MammutIrgendwann war es soweit: Die alte Regenjacke, seit Jahren treuer Begleiter auf Bergtouren und Skipisten, hat ihren Geist aufgegeben. Nach stärkeren Gewittergüssen liessen sich feuchte Nahtstellen und klammer Oberstoff nicht mehr ignorieren: Ersatz musste her!

Die Ansprüche waren gewachsen: Den Tragekomfort von Softshells möchte man nicht mehr gegen das Teichfolien-Feeling klassischer Hardshells eintauschen – doch wasserdicht soll die Jacke bitteschön sein, und praktisch noch dazu. Und schick! Zum Glück hatten just einige Hersteller spannende Neuerungen auf den Markt gebracht – unter anderen Mammut.

Mit der Eiger Extreme Serie haben die Schweizer vor einiger Zeit eine komplett neu entwickelte Bekleidungskollektion vorgestellt, die neben der herstellertypisch markanten Farbgebung einige Innovationen hervorgebracht hat, was Verarbeitung und Materialauswahl angeht. Eines der interessantesten Produkte davon ist das Mammut Gipfelgrat Jacket, eine Softshelljacke, in der man auch vor Regengüssen sicher sein soll. Interessant genug, um den Händler des Vertrauens zu beglücken, und die Jacke einem ausgiebigen Test zu unterziehen.

Harte Softshell und softe Hardshell – sowas gibt’s?

Und ob! Möglich wird das durch die Verwendung eines neuartigen Softshell-Gewebes, welches der Hersteller Polartec passenderweise auf den Namen NeoShell® getauft hat. Das ist laut Marketing quasi der heilige Gral des Jackenbaus:

  • elastisch
  • extrem luftdurchlässig, aber trotzdem winddicht
  • und ganz wichtig: mit einer dauerhaft wasserfesten Membran

Der Produkttest: Was taugt das Mammut Gipfelgrat Jacket?

Look & Feel

Taschen mit wasserdichten ReissverschlüssenDer erste Eindruck ist schon mal ein guter: Der Stoff fühlt sich stoffig an, keineswegs wie eine Synthetikmembran. Auch optisch geht das Gipfelgrat Jacket eher in Richtung typische Softshell, wenn es auch nicht ganz so weich ist. Die Innenseite ist dezent strukturiert, was den Hautkontakt deutlich angenehm und trocken gestaltet. Man muss schon arg schwitzen, um diesen Stoff auf der Haut kleben zu haben.

Kaum zu ignorieren sind die »Bedienelemente« in Mammut-typisch knalligen Farben. Abgesehen davon kommt die Jacke fast schon schlicht einfarbig daher. Die Paßform ist eher schmal gehalten, was sich bei bewegungsintensiven Aktivitäten positiv bemerkbar macht, wie auch die Flexibilität des Stoffes – da hat Polartec nicht übertrieben.

Viele der Nahtstellen sind aufwändig verklebt, die Verarbeitung wirkt insgesamt sehr hochwertig.

Was nicht passt, wird passend gemacht: Die Einstellmöglichkeiten

ÄrmeleinstellungBündchen Hier fallen sofort die Klettbündchen an den Ärmeln auf, denen Mammut ein recht cleveres Design spendiert hat. Das Verschlußband wird durch eine Kunststofflasche geführt und ist deutlich länger als gewohnt – entsprechend groß ist auch der Spielraum beim Justieren des Ärmelumfangs. Das ist vor allem dann praktisch, wenn man ab und zu einen kühlenden Windstoß in den Ärmeln brauchen kann – oder beim Tragen richtig dicker Handschuhe.

Unter den Armen befinden sich recht lange Reissverschlüsse, die übrigens wie alle anderen auch wasserdicht sind. Die Verwendung von Zwei-Wege-Zippern vereinfacht die Einstellung der Frischluftzufuhr enorm, besonders beim Tragen von Rucksäcken.

An der Taille kann der Saum durch einen weiteren, innen liegenden Gummizug angepasst werden – aufgrund des ohnehin körpernahen Schnitts ist das aber selten nötig.

Kapuzeneinstellung Krageneinstellung Kragen und Kapuze sind einigermaßen körpernah geformt und lassen sich über drei Zugbänder in der Weite und Öffnungsgröße verstellen. Das klappt mit besagten Handschuhen so leidlich, ansonsten aber sehr gut. An dieser Stelle lässt sich auch das einzige Manko des Gipfelgrat Jackets feststellen: Der Kinnschutz verrichtet seine Aufgabe eher schlecht, sodass man mit dem Bart immer mal wieder im Reissverschluß hängen bleibt, wenn man die Jacke etwas unachtsam verschließt. Etwas mehr Stoff hätte hier gutgetan – aber ein Beinbruch ist das auch nicht.

Ans Eingemachte: Die Wettertauglichkeit im Härtetest

Ein erster Test des Mammut Gipfelgrat Jacket ergibt sich ganz profan durch die tägliche Fahrradfahrt ins Büro. Zugegeben, man fühlt sich etwas overdressed mit so einer alpintauglichen Jacke, aber nichtsdestotrotz gut gerüstet. Fahrtwinddicht: Check. Regentauglich: Check. Entlüftung plötzlicher Adrenalin- und Schweißausbrüche aufgrund waghalsiger Autofahrer: Check. So weit, so gut!

Innenseite des Gipfelgrat Jackets: Der strukturierte Stoff sorgt für ein trockenes Klima

Den ultimativen Regentest sollte die Jacke aber bei einer ausgedehnten Zelttour durch die Schweizer Alpen erfahren: Der sogenannte Sommer war angeblich der regenreichste seit Anbeginn der Messungen, gefühlt auf jeden Fall. Ein wochenlanger Mix aus Sonne – Wolken, Dauerregen, Hagelschauer – und siehe da, die Softshell hält unbeeindruckt trocken. Auch mit Tagesrucksack wird kein Wasser durch die Membran gedrückt. Bravo!

Das liess auch auf gute Leistung im Schnee hoffen – zunächst beim heimatnahen Saisonstart. Denn Insider wissen es: Was im Erzgebirge überlebt, steckt auch alpine Bedingungen locker weg. Bei eisigem Wind wird der Unterschied zu dickeren Softshells durchaus spürbar – mit passender Unterbekleidung ist das Gipfelgrat Jacket aber die perfekte Skijacke und taugt natürlich auch für Winterwanderungen und Skitouren. Für Abfahrten im Tiefschnee sollte man die einigermaßen kurz geschnittene Jacke mit einer guten Tourenhose mit hohem Saum bzw. Schneefang kombinieren. Der – selbstverständlich völlig beabsichtigte – Kontakt mit harten Skipisten hat keine Spuren hinterlassen – die Abriebfestigkeit macht auch nach einem knappen Jahr intensiver Nutzung einen sehr guten Eindruck.

Überzeugt? Das Mammut Gipfelgrat Jacket bei Gipfelrausch:

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Kategorien: Bekleidung, Produkttest

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