3-Gänge-Wintermenü: Eisklettern, Winterwandern, Hundeschlitten-Tour

Unkonventionell durch den Winter, das habe ich mir dieses Jahr vorgenommen. Unkonventionell – was bedeutet das eigentlich? Für mich ist das außerhalb der Piste, weg von den Menschenmassen und dabei die Natur voll auskosten. Dabei habe ich mir drei Sportarten als persönliches 3-Gänge-Wintermenü zusammengestellt.

Vorspeise: Eisklettern mit einer extra Portion Adrenalinkick

Hauptgericht: Winterwanderung bzw. Trekkingtour – gutbürgerlich und für jeden bekömmlich

Dessert: wilde Fahrt mit dem Hundeschlitten als krönender Abschluss des Menüs

Wandern im Schnee

Auf geht es in den Winter meines Lebens!

Eisklettern

Wer wie ich in seiner Freizeit gern einen Klettergurt anlegt, wird sicher auch beim Eisklettern seine Erfolge verzeichnen können. Zumindest habe ich mir das so gedacht. Nach einiger Recherche wusste ich dann: Konventionell und kommerziell ist dieser Sport wirklich nicht und Menschenmassen werden meinen Weg bei dieser Outdoor Aktivität auch nicht kreuzen. Jedoch ist man beim Eisklettern den Regeln der Natur völlig ausgeliefert und es handelt sich definitiv um eine sehr gefährliche Sportart, zumindest wenn man sich zum Klettern in anderen Kältegraden hinreißen lässt. Denn dann warten atemberaubende Schluchten und Steilstufen auf den Outdoor Sportler und das Selbstabsichern, der Zu- und Abstieg sowie das Einschätzen der Umwelteinflüsse ist nicht gerade ein einfaches Unterfangen.

Gefrorene Wasserfälle emporklettern

Eisklettern an einer BergwandBesonders faszinierend am Eis sind die unterschiedlichen Erscheinungsformen dieses Naturwunders. Hellblau bis weiß ist es uns bekannt, bei gefrorenen Wasserfällen erscheint es in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Konsistenzen. Und genauso verschieden sind die Gegebenheiten beim Eisklettern – jeden Tag oder sogar jede Stunde kann das Eis eine andere Kletterschwierigkeit bzw. Gefahrenstufe annehmen. Die Herausforderung im Eisklettern besteht darin das gefrorene Wasser lesen zu können. Dazu gilt es u. a. fünf verschiedenen Formklassen von Eis zu identifizieren, denn sonst kann die Naturgewalt schnell die Oberhand über den Kletterer übernehmen. Eine bedachte Auswahl der Route ist hier besonders wichtig und natürlich eine sichere, zuverlässige Kletterausrüstung. Weiterhin gilt es die Außentemperaturen zu beachten. Hier bedeuten nicht etwa extrem niedrige Temperaturen eine besonders geringe Gefahr, denn zwar wird das Eis bei Minusgraden dichter, aber eben auch spröder. Besonders Eissäulen und freihängende Zapfen sollten dann nicht bezwungen werden.

Kenntnisse beim Eisklettern

Beim Eisklettern gilt es sich noch weit mehr Kenntnisse anzueignen. Man sollte wissen worin die Gefahr von Blumenkohleis besteht, wenn man einen gefrorenen Wasserfall hinaufklettern möchte. Oder welche Gefahren Eisgeräte mit sich bringen können. Zudem sollte man die Grundlagen der Lawinenkunde kennen, denn dort wo das Eis den Berg hinaufrankt, ist immer auch viel Schnee. Deswegen werde ich vor diesem Abenteuer einen Lawinenkurs besuchen, mir Grundkenntnisse über diese Disziplin aneignen (Es gibt dazu interessante Literatur!) und mir einen Profikletterer als Lehrer suchen. Aber dann werde ich mich dieser Herausforderung annehmen und somit meine Kletterkenntnisse um ein neues, vereistes Kapitel erweitern.

Winterwandern

Vom vereisten Nervenkitzel hin zur mäßigen Anstrengung. Schließlich braucht ein Adrenalinjunkie wie ich auch mal einen moderaten Sport zum Ausgleich. Damit es mir nicht zu langweilig wird, werde ich mir hier eine anspruchsvolle Strecke von ca. fünf Stunden suchen. In den Skigebieten sind diese sogar gut ausgeschildert und mit geringen Risiken verbunden. Wer gerne wandert, wird sich in diesem Bereich sicherlich gut auskennen. Trotzdem möchte ich als kleine Check-Liste zusammenfassen, was alles in den Trekkingrucksack sowie an den Körper gehört:

Das richtige Schuhwerk: stabil, wasser- und kälteresistent. Für eine optimale Haftung im Schnee ist eine gewisse Sohlensteifigkeit vonnöten, so kann die erste Schneeschicht problemlos durchbrochen werden. Beim Traversieren knickt solch eine Sohle auch nicht weg und vereiste Hänge können gut bezwungen werden. Übrigens lege ich mir für extra warme Füße noch Lammfellsohlen in meine Wanderschuhe!

Gamaschen

Grödeln bei anspruchsvollen Strecken: Denn manche Hänge würde man auch mit den besten Schuhen herabrutschen. Dabei gibt es unterschiedliche Schneeschuh-Modelle: Wer nicht oft im Winter wandern geht, kann zu den Gummi-Modellen greifen. Wer sich in diesem Bereich eher dem professionellen Wanderer zuschreibt, sollte zu geschmiedetem Stahl greifen. Damit können ebenso abwegige Strecken begangen werden.

– Für noch mehr Standfestigkeit können Teleskop- und Skistöcke mit auf die Wanderung genommen werden.

Der Zwiebelschalen-Look beim Trekking

Hört sich lustig an, ist aber beim Winterwandern am Effektivsten: der Zwiebelschalen-Look. Ganz nach unten gehört atmungsaktive Funktionsunterwäsche, dann folgt Fleece (am besten wind- und wasserabweisend) und darüber eine stabile Hardshelljacke. Praktisch sind hier Doppeljacken, bei denen eine Fleecejacke gleich integriert ist. Weiterhin gehören an den Körper:

– Mütze
Handschuhe
– Sturmhaube

Die wichtigsten Trekkingrucksack-Füller:

– Getränke
– Wegzehrung
Sitzkissen
– Stirnlampe

Dieses Equipment wird mich später auf der Hundeschlitten-Tour begleiten.

Winterwandern

Die Fahrt mit dem Hundeschlitten

Und zum Schluss möchte ich mich jeglicher Bewegung und sportlicher Aktivität abwenden. Nur dem Outdoor Gedanken bleibe ich jetzt noch treu und lasse mich von ein paar Huskies auf dem Schlitten ziehen. Ein Vergnügen, dass man unbedingt einmal erlebt haben sollte. Besonders faszinierend ist solch eine Hundeschlittentour um die Natur in Finnland, Schweden oder Norwegen zu erkunden. Dafür gibt es spezielle Reiseangebote: Die mehrtägigen Touren beginnen oft in einer Huskyfarm und werden dann in den umliegenden, verschneiten Wäldern und Ebenen fortgesetzt. Hier übernachtet man meist wegen den enormen Minusgraden in gemütlichen Berghütten. Auf den meisten Touren bekommt man sogar Grundkenntnisse im Führen eines Hundeschlittens vermittelt.

Das wird ein unvergesslicher, köstlicher Winter!

Ich merke schon: ich habe mir diesen Winter viel vorgenommen. Aber dieses Menü wird mir sicherlich schmecken und bietet genau die Art von Abwechslung, die man als Outdoor Sportler braucht. Zum Schluss werde ich sicherlich auf dem Hundeschlitten sitzen und in wunderschönen Eiskletter- und Wandererinnerungen schwelgen, während ich die verschneite Landschaft genieße.


Kategorien: Outdoor Wissen